Als Hundehebamme ist es mir ein Herzensanliegen, Hündinnen und ihre Menschen sicher, ruhig und fachkundig durch die Geburt zu begleiten. Damit Sie wissen, was während des Geburtsprozesses passiert und wie Sie Ihre Hündin bestmöglich unterstützen können, finden Sie hier einen klar strukturierten, professionellen Leitfaden.
Die Hündin in der Geburt:
Ab eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin
- Temperatur 2x täglich kontrollieren, um den Abfall zu erkennen
- einen ruhigen, warmen Wurfplatz vorbereiten
Ablauf der Geburt
Die drei Phasen der Geburt
1. Eröffnungsphase – Der Körper der Hündin stellt sich ein
In dieser Phase bereitet sich der gesamte Organismus der Hündin auf die Geburt vor. Der Muttermund beginnt sich zu öffnen ohne dass starke Wehen zu erkennen sind. Die Eröffnungsphase kann nur wenige Stunden dauern oder sich bis zu 24 Stunden hinziehen.
Typische Anzeichen:
- Unruhe, vermehrtes Umherlaufen, Nähe suchen
- Nestbauverhalten: Bettzeug ordnen, kratzen, Höhle bauen
- Zittern, hecheln, leichte Unwohlseinsanzeichen
- Appetitlosigkeit
- Häufigeres Lösen kleiner Urinmengen
- Temperaturabfall ca. 12–24 Stunden vor Geburtsbeginn (oft um ca. 1 °C)
- Jetzt ist es wichtig, Stress fernzuhalten und der Hündin einen ruhigen, sicheren Geburtsort zu bieten.
Was Sie jetzt tun können:
- Einen ruhigen, warmen Wurfplatz anbieten
- Andere Haustiere fernhalten
- Stress, Besuch und Unruhe vermeiden
Diese Phase endet, sobald erste Presswehen oder erste sichtbare Fruchtblasenvorstöße auftreten.
2. Austreibungsphase – Die Welpen werden geboren
Jetzt beginnt die aktive Geburt. Manche Erstgebärende brauchen etwas länger, bis der erste Welpe erscheint.
- Fruchtwasser tritt sichtbar aus
- Der erste Welpe wird in der Regel innnerhalb von 30-60 Minuten nach Einsetzen der Presswehen geboren.
- Der Welpe gelangt durch den Geburtskanal und wird entweder mit Fruchtblase oder bereits frei geboren
- Die Hündin öffnet meist selbstständig die Fruchtblase, reinigt den Welpen und durchtrennt die Nabelschnur
- Zwischen zwei Welpen können wenige Minuten bis 2-3 Stunden liegen
Ihre Aufgabe in dieser Phase:
- Nur eingreifen, wenn es wirklich nötig ist
- Fruchtblase öffnen, falls die Hündin es nicht tut
- Welpe mit weichem, saugfähigem Tuch abreiben und warmhalten
- Kurz prüfen, ob Atmung und Kreislauf stabil erscheinen
- notieren Sie Geburtszeiten und Besonderheiten/ die Anzahl der Nachgeburten
Wichtig:
Ziehen Sie niemals am Kopf oder an den Beinen eines Welpen. Wenn Unterstützung nötig ist, immer nur mit leichtem, gleichmäßigem Zug entlang des Körpers arbeiten.
3. Nachgeburtsphase – Versorgung und Stabilisierung
Mit jedem Welpen wird auch eine Nachgeburt ausgeschieden. Diese gehört zur normalen Physiologie, sollte aber nicht in großer Menge aufgenommen werden.
Worauf Sie achten sollten:
- Trinken die Welpen innerhalb der ersten 30–60 Minuten?
- Sind sie warm, trocken und nah an der Mutter?
- Ist die Temperatur in der Wurfkiste zu Beginn zwischen 26–28 °C?
- Beobachten Sie die Menge der Nachgeburten (es sollte zu jedem Welpen eine erscheinen)
- Füttern Sie die Hündin mit hochwertigem energie- und kalziumreichen Futter



