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Sanfte Unterstützung während der Geburt

 

Konservative Geburtshilfe zu Hause

Manche Geburten benötigen in einzelnen Momenten behutsame Unterstützung. Bestimmte Maßnahmen können helfen, den natürlichen Geburtsverlauf zu fördern – sie ersetzen jedoch niemals eine tierärztliche Untersuchung.

Alle beschriebenen Hilfestellungen dürfen ausschließlich im Notfall und nach vorheriger Rücksprache mit Tierarzt oder Hundehebamme angewendet werden. Bei Unsicherheit oder ausbleibendem Fortschritt gilt immer: lieber einmal zu früh professionelle Hilfe holen als zu spät.

 

Wichtige Grundsätze

Hygiene hat oberste Priorität – zum Schutz von Hündin und Welpen:

  • Hände gründlich waschen und desinfizieren
  • Fingernägel kurz und sauber halten
  • Einmalhandschuhe verwenden
  • Ruhig, überlegt und ohne Zeitdruck handeln

 

 

Möglichkeiten der sanften Unterstützung

 

Gleitfähigkeit verbessern

Manchmal kann verminderte Gleitfähigkeit den Geburtsfortschritt erschweren:

  • Finger vorsichtig mit sterilem Gleitgel benetzen
  • Alternativ kann – äußerst behutsam – mit einer weichen, sterilen Sonde Gleitgel in den Geburtskanal eingebracht werden
  • Anwendung nur sanft und ohne Druck
 
Wehentätigkeit fördern
  • Sanfte Massage im oberen Bereich der Scheidenwand kann den natürlichen Ferguson-Reflex auslösen
  • Bereits geborene Welpen am Gesäuge anlegen – das Saugen kann die Wehentätigkeit physiologisch unterstützen

 

Wenn ein Welpe sichtbar ist
  • Niemals an Kopf, Beinen oder Schwanz ziehen
  • Ist der Welpe bereits weit im Geburtskanal sichtbar, kann vorsichtiges Stabilisieren am Rücken- oder Schulterbereich helfen
  • Nur mit leichtem, gleichmäßigem Zug entlang des Körpers arbeiten
  • Bei Widerstand kann eine minimale Drehung (max. ca. 45°) helfen, eine günstigere Position zu erreichen

Jede Unterstützung muss ruhig, sanft und ohne Kraft erfolgen.

 
Wann sofort tierärztliche Hilfe nötig ist

Bitte zögern Sie nicht, unverzüglich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn eines der folgenden Anzeichen auftritt:

  • Deutlicher Widerstand bei jeder Bewegung des Welpen
  • Kein Fortschritt trotz sichtbarer Wehen oder Unterstützung
  • Ungewöhnlicher Ausfluss (z. B. grün, schwarz oder übelriechend)
  • Ein sichtbarer Welpe verbleibt länger als 5–10 Minuten im Geburtskanal
  • Die Hündin wirkt stark erschöpft, geschwächt oder zeigt deutliche Schmerzanzeichen

 

Als Hundehebamme begleite ich Sie mit Fachwissen, Ruhe und Erfahrung durch diese sensiblen Momente. Ziel ist immer eine sichere Geburt – für Mutter und Welpen.