Wenn die Hündin ihre Welpen nicht annimmt
Nicht jede Mutterbindung entsteht unmittelbar nach der Geburt. Besonders nach schwierigen oder stressreichen Geburten, bei starken Schmerzen, Erschöpfung oder hormonellen Schwankungen kann es vorkommen, dass die Hündin ihre Welpen zunächst nicht oder nur verzögert annimmt.
Diese Situation ist für Halter:innen oft sehr beunruhigend, stellt jedoch nicht automatisch ein Fehlverhalten der Hündin dar.
Mögliche Anzeichen einer verzögerten Welpenannahme
Hinweise darauf, dass die Hündin Schwierigkeiten mit der Annahme der Welpen hat, können sein:
- Unruhe oder Abwehrverhalten bei Kontakt mit den Welpen
- Die Hündin legt sich nicht zum Säugen hin
- Weggehen oder wiederholtes Distanzieren von den Welpen
- fehlendes Belecken oder Zuwenden
Das Verhalten kann vorübergehend sein oder sich schrittweise verändern.
Wichtige Ursachen berücksichtigen
Eine fehlende oder verzögerte Annahme ist kein Ausdruck mangelnder Fürsorge, sondern häufig ein Hinweis auf:
- körperliche Belastung oder Schmerzen
- hormonelle Umstellungsprozesse nach der Geburt
- Erschöpfung nach einem langen oder komplizierten Geburtsverlauf
- Stress, Unsicherheit oder äußere Störungen
Gerade in den ersten Stunden ist eine ruhige, geschützte Umgebung besonders wichtig.
Warum genaues Beobachten so entscheidend ist
Ohne regelmäßigen Kontakt zur Mutterhündin besteht für die Welpen das Risiko:
- nicht ausreichend zu trinken
- auszukühlen
- an Gewicht zu verlieren
Daher sollte eine verzögerte Welpenannahme immer ernst genommen und fachlich eingeordnet werden.
Wann fachliche Hilfe notwendig ist
Bleibt die ablehnende Haltung bestehen oder verschlechtert sich der Zustand der Hündin oder der Welpen, sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden. Nur so kann geklärt werden, ob Schmerzen, Entzündungen oder andere Ursachen vorliegen.
Was Sie tun können, um die Annahme der Welpen zu unterstützen
Zeigt eine Hündin nach der Geburt zunächst wenig Interesse an ihren Welpen oder lehnt sie diese ab, ist vor allem Ruhe und ein umsichtiges Vorgehen gefragt. In vielen Fällen lässt sich die Mutterbindung behutsam unterstützen, sobald die zugrunde liegenden Ursachen erkannt werden.
Ruhe und Sicherheit schaffen
Eine ruhige, geschützte Umgebung ist die wichtigste Voraussetzung für die Annahme der Welpen.
- Störungen, Besuch und unnötige Unruhe vermeiden
- Der Hündin einen warmen, überschaubaren und vertrauten Rückzugsort bieten
- Geduld bewahren – Zwang verstärkt Stress und Ablehnung
Sicherheit und Entspannung fördern die hormonellen Prozesse, die für die Mutterbindung entscheidend sind.
Körperliches Wohlbefinden der Hündin überprüfen
Schmerzen und körperliches Unwohlsein sind häufige Gründe für eine verzögerte Welpenannahme.
Achten Sie insbesondere auf:
- Anzeichen von Schmerz oder Abwehr beim Hinlegen
- Auffälligkeiten an Gesäuge oder Vulva
- Erschöpfung oder stark eingeschränktes Allgemeinbefinden
Bei Unsicherheit sollte immer tierärztlich abgeklärt werden, ob Beschwerden vorliegen, die das Verhalten beeinflussen.
Behutsamen Kontakt ermöglichen
In manchen Situationen hilft es, den Kontakt zwischen Hündin und Welpen sanft zu unterstützen:
- Die Welpen ruhig und stressfrei in die Nähe der Mutter legen
- Der Hündin Zeit geben, selbst Kontakt aufzunehmen
- Kein Festhalten oder Erzwingen des Säugens
Positive Erfahrungen fördern die Bindung – Druck oder Eile wirken hingegen kontraproduktiv.
Säugen gezielt unterstützen
Manche Hündinnen akzeptieren ihre Welpen zunächst besser im Liegen:
- Die Hündin vorsichtig zum Hinlegen animieren
- Welpen ruhig und nacheinander ansetzen
- Beobachten, ob sich Entspannung und Akzeptanz einstellen
Zeigt die Hündin weiterhin deutliche Abwehr, sollte das Vorgehen angepasst und fachlicher Rat eingeholt werden.
Welpen währenddessen schützen
Unabhängig vom Verhalten der Mutter müssen die Welpen sicher versorgt sein:
- Auf ausreichende Wärme achten
- Regelmäßige Gewichtskontrollen durchführen
- Bei unzureichendem Trinken frühzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen
Die Versorgung der Welpen darf nie von der Annahme durch die Mutter allein abhängig gemacht werden.
Begleitende Unterstützung durch Ihre Hundehebamme
Als Hundehebamme begleite ich Sie dabei, das Verhalten der Hündin ruhig und fachlich einzuordnen, Stress zu reduzieren und sinnvolle unterstützende Maßnahmen zu ergreifen. Ziel ist es, sowohl die Mutterhündin als auch die Welpen bestmöglich zu schützen und zu stabilisieren – immer in enger Abstimmung mit dem behandelnden Tierarzt.



