Veränderungen der Gebärmutter nach der Geburt
Metritis, Endometritis und Lochiometra verstehen und richtig einordnen
Nach der Geburt beginnt für die Gebärmutter der Hündin eine intensive Phase der Rückbildung. In den meisten Fällen verläuft dieser Prozess unauffällig. Kommt es jedoch zu Störungen, können unterschiedliche Veränderungen auftreten, die tierärztlich abgeklärt werden müssen.
Zu den wichtigsten geburtsbedingten Erkrankungen der Gebärmutter zählen Metritis, Endometritis und Lochiometra. Auch wenn sich die Begriffe ähnlich anhören, unterscheiden sie sich deutlich in Ursache, Verlauf und Dringlichkeit.
Metritis – akute Gebärmutterentzündung nach der Geburt
Die Metritis ist eine akute Entzündung der gesamten Gebärmutter und tritt meist in den ersten Tagen nach der Geburt auf. Sie entsteht häufig im Zusammenhang mit einer schweren oder langen Geburt, zurückgebliebenen Nachgeburten oder einer bakteriellen Infektion.
Mögliche Anzeichen:
- auffälliger, meist übelriechender Ausfluss
- Fieber
- starke Mattigkeit oder Apathie
- reduzierte Futteraufnahme
- Vernachlässigung der Welpen
Die Metritis ist immer ein medizinischer Notfall und erfordert umgehend tierärztliche Behandlung.
Endometritis – Entzündung der Gebärmutterschleimhaut
Bei der Endometritis ist ausschließlich die Schleimhaut der Gebärmutter betroffen. Sie verläuft häufig weniger akut als eine Metritis und entwickelt sich teils schleichend.
Die Endometritis kann:
- Tage bis Wochen nach der Geburt auftreten
- mit anhaltendem oder verändertem Ausfluss einhergehen
- das Allgemeinbefinden zunächst nur mild beeinflussen
Da die Symptome oft weniger deutlich sind, wird sie manchmal erst spät erkannt. Auch hier ist eine tierärztliche Abklärung wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.
Lochiometra – Rückstau der Nachgeburtsflüssigkeit
Als Lochiometra bezeichnet man einen Rückstau der Lochien, also der normalen Nachgeburtsflüssigkeit, in der Gebärmutter. Ursache ist meist eine gestörte Rückbildung oder ein unzureichender Abfluss.
Hinweise können sein:
- kaum oder kein Ausfluss nach der Geburt
- gespannte Bauchdecke
- Unruhe oder allgemeine Verschlechterung des Befindens
Eine Lochiometra ist zunächst nicht zwingend infektiös, kann jedoch den Boden für eine nachfolgende Gebärmutterentzündung bereiten. Auch hier gilt: frühzeitig abklären lassen.
Warum genaue Beobachtung so wichtig ist
Viele Veränderungen entwickeln sich schrittweise. Eine aufmerksame Beobachtung von:
- Ausfluss
- Verhalten der Hündin
- Fressverhalten
- Umgang mit den Welpen
hilft, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.
Im Zweifel gilt immer:
Lieber zu früh tierärztlichen Rat einholen als zu spät.
Warnzeichen – wann sofort handeln?
Bitte kontaktieren Sie umgehend einen Tierarzt, wenn eines oder mehrere der folgenden Anzeichen auftreten:
- übelriechender, eitriger oder ungewöhnlich stark gefärbter Ausfluss
- anhaltende oder zunehmende Blutungen
- Fieber oder deutlich erhöhte Körpertemperatur
- starke Mattigkeit, Teilnahmslosigkeit oder plötzliche Schwäche
- Futterverweigerung über mehrere Stunden
- gespannte oder schmerzhafte Bauchdecke
- deutliche Verhaltensänderungen
- Vernachlässigung oder Ablehnung der Welpen
Diese Symptome können auf eine ernste Störung nach der Geburt hindeuten und gehören immer fachlich abgeklärt.
Begleitende Unterstützung durch die Hundehebamme
Als Hundehebamme unterstütze ich Sie dabei, Veränderungen nach der Geburt richtig einzuordnen, Warnsignale zu erkennen und rechtzeitig fachliche Hilfe einzubeziehen. Ich führe keine medizinischen Behandlungen durch, begleite Sie jedoch aufmerksam und strukturiert durch diese sensible Phase.



